Unterhalt: Staat springt für Väter ein

Rund 113800 Kinder erhalten Geld / Zahlungen über Jahre rückläufig

Schwerin (dpa) Im vergangenen Jahr wurden an rund 13800 Kinder unter 12 Jahren staatliche Unterhaltsleistungen ausgezahlt, sagte eine Sprecherin im Schweriner Sozialministerium. Das seien 500 unterhaltsberechtigte Kinder mehr gewesen als im Jahr zuvor.

Den Unterhaltsvorschuss zahlen die Jugendämter der Landkreise und der kreisfreien Städte aus. 2004 waren es rund 19,7 Millionen Euro. 2002 waren noch 17,5 Millionen Euro zu zahlen. Die meisten Zahlungen wurden 1996 und 1997 geleistet. Für 23500 beziehungsweise 21400 Kinder waren damals rund 30 Millionen Euro vorzuschießen. Von diesen Kosten hätten die Kommunen ein Zwölftel zu tragen. Der Bund beteilige sich zu einem Drittel und das Land zu sieben Zwölfteln.

Von den zahlungsunfähigen oder -unwilligen Eltern müssen die Jugendämter das Geld wieder zurückholen. Das sei vor allem dort "höllisch schwierig", wo Arbeitskräfte in andere Regionen oder ins Ausland abwanderten, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages des Landes, Thomas Deiters.

Im Vorjahr wurden laut Sozialministerium rund 2,7 Millionen Euro von säumigen Unterhaltspflichtigen eingetrieben - gerade einmal 13,8 Prozent. In MV mussten sich 2004 nach Angaben des Justizministeriums 179 zahlungsunwillige Väter und zwei Mütter vor Gericht verantworten. 109 Männer und beide Frauen wurden verurteilt, 64 Väter und eine Mutter zu Freiheitsstrafe. Acht Männer kamen wegen der Verletzung ihrer Unterhaltspflicht hinter Gitter.
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