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Katholische Kirche: Pfarrei Bruder Klaus in Nöten 

Bischof will Bieler Pfarrer absetzen

Der katholische Bieler Pfarrer Hans Erni muss nach dem Willen des Bischofs von Basel, Kurt Koch, sein Amt auf Ende Januar 2001 aufgeben. Die Pfarrei Bruder Klaus wehrt sich dagegen.

td. Pfarrer Hans Erni ist seit einem Jahr Vater und verletzt damit die Zölibatspflicht der katholischen Weltkirche. Gestern Abend orientierte Bischofsvikar Arno Stadelmann die Pfarrei über die Sanktion des Bischofs: Pfarrer Hans Erni soll seine Arbeit in Biel am 31. Januar 2001 beenden. 

Unter der Androhung, es werde sonst ein sofortiges Amtsenthebungsverfahren eingeleitet, hat Erni zwar inzwischen «unfreiwillig die Bereitschaft erklärt, tatsächlich zu demissionieren». Das letzte Wort scheint jedoch noch nicht gesprochen: Erni ist bis 31. Dezember 2001 als Pfarrer gewählt und beamtenrechtlich vom Kanton Bern angestellt; die Kirchgemeinde Bruder Klaus ist nicht gewillt, den populären Pfarrer ziehen zu lassen. Regionaldekan Josef Kuhn forderte die Pfarrei auf, mit dem Bischof das Gespräch zu suchen.
Der Bischof nahm an der Veranstaltung trotz Einladung nicht teil. Auch gegenüber dem «Bieler Tagblatt» wollte Koch zum Fall keine Stellung nehmen.

 Erni ist seit 1993 als Priester in der Pfarrei Bruder Klaus aktiv. Der Konflikt zwischen Pfarrei und Bistum hat sich an den Vaterpflichten des Pfarrers entzündet: Pfarrer Erni ist nicht dazu bereit, auf das Sorgerecht für sein Kind zu verzichten und die Gemeinschaft mit seiner Partnerin im Verborgenen zu leben. An der gestrigen Informationsveranstaltung empörten sich zahlreiche Pfarreiangehörige darüber, dass der Bischof ihnen deswegen den Seelsorger wegnehme. Wegen des Priestermangels werde es auch kaum möglich sein, einen Nachfolger zu finden. Stadelmann räumte ein, dass sich das Bistum in einer schwierigen Lage befinde.

 Offen ist die Rechtslage. Kündigt die Kirchgemeinde Bruder Klaus das Arbeitsverhältnis mit Erni nicht auf, bliebe der Pfarrer zwar angestellt, wäre aber von seinem kirchlichen Auftrag entbunden. Was genau die Folgen wären, wusste Stadelmann gestern nicht. «Diese Situation hat es noch nie gegeben», erklärte Stadelmann gegenüber dem «Bieler Tagblatt». Der Bischof würde einschreiten, wenn Erni auf Aufforderung der Pfarreiangehörigen weiter Eucharistie feierte.