Rio de Janeiro (rpo). Eine ungewöhnliche Geisel hat die Polizei der brasilianischen Gemeinde Sarandi im südlichen Bundesstaat Parana gefunden. Der 51-jährige Ecedir Bueno war monatelang von seiner Lebensgefährtin in einem verdunkelten Schlafzimmer angekettet worden.
Wie brasilianische Medien am Dienstag (Ortszeit) berichteten, fand die Polizei Ecedir Bueno in einem "bedauernswerten gesundheitlichen Zustand". Bei der Festnahme habe die 39-jährige Hausfrau Maria Leite jede Schuld von sich gewiesen. Ecedir sei sehr gewalttätig gewesen, rechtfertigte sie sich. Die Polizei widersprach: "Der Mann ist schüchtern und so ängstlich, dass er sich sogar vor seinem eigenen Schatten fürchtet".
Nachbarn, die die Frau angezeigt hatten, sagten, die Hausfrau habe ihren Lebensgefährten während der viereinhalbjährigen Beziehung immer wieder verprügelt. Sie hätten sich aber zunehmend Sorgen gemacht, als Bueno im Februar arbeitslos wurde und plötzlich verschwunden blieb.
Das Opfer wurde mit schwerer Unterernährung
und verschiedenen Verletzungen in eine Klinik gebracht. Der Mann sei seit
mindestens 90 Tagen nicht mehr gewaschen worden. Er werde mindestens eine
Woche brauchen, um sich einigermaßen zu erholen, hieß es.
05.07.2001
www.bbv-net.de/news/journal/2001-0704/ketten.html