Frau tötet Ex-Mann und sich selbst

Explosion in Kumpfmühl: An der Gasleitung im Wohnzimmer wurde manipuliert

Von Norbert Lösch, MZREGENSBURG. Die schwere Gasexplosion in der St. Wolfgang-Straße war kein Unglück, sondern vorsätzliche Tat eines der Opfer. Eine 40-jährige Frau, die gestern im Krankenhaus München-Bogenhausen starb, hat damit sich und ihren Ex-Mann in den Tod geschickt.

Was am Donnerstag noch als Spekulation galt, hat sich gestern bestätigt: Die Frau hat die Explosion im Wohnzimmer der im ersten Stock liegenden Wohnung bewusst herbeigeführt.

"Vorsätzliche Manipulationen an der Gaszuleitung führten zu einem unkontrollierten Gasaustritt. Die geschiedene Ehefrau des 42-jährigen Mieters, der bei der Explosion getötet wurde, hat diese Manipulationen am Gasofen im Wohnzimmer ausgeführt", so Polizeisprecher Michael Rebele. Gegenüber der MZ sagte Rebele, die Ermittler hätten am Tatort entsprechendes Werkzeug für eine "massive Manipulation" gefunden.

Die Frau sei durch die Druckwelle der Explosion am Donnerstag gegen 4.30 Uhr aus dem Wohnzimmerfenster geschleudert worden. Augenzeugen hatten dagegen berichtet, sie sei brennend am Fenster gestanden und dann heruntergesprungen. Trotz ihrer schwersten Brand- und Sturzverletzungen habe sie wenig später Rettungskräften gegenüber geäußert, die Tat selbst ausgeführt zu haben. Diese Darstellung deckt sich laut Rebele mit den Ermittlungsergebnissen der Brandfahnder.

Wie bereits gestern berichtet, soll sie gegenüber Helfern auch gefleht haben, sie doch sterben zu lassen. Gerüchte, wonach die Frau psychisch krank gewesen sei und schon häufiger gewalttätige Auseinandersetzungen mit ihrem früheren Ehemann gehabt habe, konnte der Pressesprecher der Polizeidirektion gestern nicht bestätigen.

Gestern Mittag ist die 40-jährige, die die Nacht vor der Explosion offenbar bei ihrem geschiedenen Ehemann verbracht hatte, im Klinikum Bogenhausen gestorben. Die Leiche ihres Ex-Mannes war unmittelbar nach der Detonation aus dem schwer beschädigten Haus geborgen worden.

Die Ärzte im Krankenhaus München-Bogenhausen bemühen sich derzeit um eine weitere durch die Explosion schwer Verletzte. Der Zustand der 28-jährigen gilt als kritisch; ihre vierjährige Tochter ist nach ambulanter Versorgung in der Regensburger Hedwigsklinik wieder wohlauf. Als "stabil" wurde gestern der Zustand einer 87-jährigen Hausbewohnerin geschildert, die in einem Regensburger Krankenhaus liegt. Wie berichtet, waren zwei weitere Nachbarn leicht verletzt worden.
 

27.10.2001
Mittelbayerische Zeitung


Ausnahmsweise keine "Verzweiflungstat" (Das Miethhaus ist übrigens auch Abbruchreif)
Hans-Jürgen