Der Nudelholz-Mord von Schöneberg

Todes-Ehe: Warum ertrug Klaus K. nur diese Qualen?

Von DAVID SCHELP

So berichtete die BZ am Mittwoch

In diesem Keller suchte Klaus K. Schutz vor seiner Frau - Foto: Sadek Hamaiel
 

Berlin - Jahrelang wurde Klaus K., 65, täglich beschimpft und geschlagen. Seine eigene Frau machte ihm das Leben zur Hölle, quälte ihn schließlich sogar zu Tode.

Prügelnde Frauen - niemand spricht darüber. "In Berlin werden mehrere hundert Männer pro Jahr von ihren Ehefrauen misshandelt", sagt Familienberater Peter Thiel vom Männerbüro-Berlin. Doch nur die wenigsten Fälle werden bekannt.
 
 
Familienberater Peter Thiel - Foto: Kai Horstmann

Dreißig Jahre an der Seite seiner Peinigerin - warum hielt Klaus K. so lange still? "In langen Beziehungen geraten Partner leicht in gegenseitige Abhängigkeit. Sie sind oft vollkommen isoliert und wissen nicht mehr wohin", erklärt Thiel. Aus Angst, nach einer Trennung ganz alleine zu sein, und aus Scham dulden viele Opfer die Prügel stillschweigend.

Peter Thiel will Betroffenen helfen und das erste Männerhaus in Deutschland gründen. Eine Zuflucht für misshandelte Männer. "Wenn das Geld endlich da ist, könnten wir schon in zwei Monaten starten." Das Problem: Der Senat fördert das Projekt bislang nicht. Thiel: "Das Tabu muss gebrochen werden, damit der Tod von Klaus K. die traurige Ausnahme bleibt."