Female violence: 
can we therapists face up to it?
 
"Counselling and Psychotherapy Journal CPJ", Dezember 2002  By Werner Kierski
Weibliche Gewalt: 
Setzen wir Therapeuten uns damit wirklich auseinander? 
 
"Counselling and Psychotherapy Journal CPJ", Dezember 2002 Von Werner Kierski
Back in the days of my counselling training, one of our tutors, when asked about her views on working with child abusers said, ‘of course I would work with an abuser, as long as HE stops the abuse whilst working with me.’ I thought this position to be reasonable; I would probably do the same would I work with a child abuser. At the time I did not notice the assumption an abuser is male. Während meiner Ausbildung als Psychotherapeut antwortete einer unserer Trainerinnen auf die Frage, ob sie mit Kindesschändern arbeiten würde: „Natürlich würde ich mit einem Kindesschänder arbeiten, solange ER die Misshandlungen unterlässt während, wenn er mit mir arbeitet.“ Für mich war diese Position die einzig vernünftige; ich würde mich wahrscheinlich genauso verhalten, wenn ich mit einem Kindesschänder arbeiten würde. Zu dieser Zeit war ich mir nicht der Annahme bewusst, dass ein Misshandler männlich sei.
I have to date not worked with a male child abuser. Instead I have worked with a female client who attacked her husband with a knife while he held their child in his arms. Another long-term client I have worked with engaged in regular fights with those around her. This same client frequently tried to bully me. Sadly, this bullying became so severe that, following an intense period of consideration and consultations with my supervisor, I terminated the work with her after three years. Acknowledging that we had exhausted the possibilities of our work together was tough. She left angrily and I was left doubting my skill and integrity. Ich habe bis heute nicht mit einem männlichen Kindesmisshandler gearbeitet. Stattdessen habe ich mit einer Klientin gearbeitet, die ihren Ehemann mit einem Messer angriff, während er ihr Kind im Arm hielt. Eine andere Klientin, mit der ich arbeitete, war in regelmäßige Auseinandersetzungen mit ihrer Umgebung verwickelt. Die gleiche Klientin versuchte oft, mich zu einzuschüchtern. Bedauerlicherweise ging dieses Einschüchtern so weit, dass ich nach intensiven Diskussionen mit meiner Supervisorin die Arbeit mit dieser Frau nach drei Jahren abbrach. Die Entscheidung, dass wir mit den Möglichkeiten unserer Arbeit gescheitert waren, war hart. Sie ging zornig und ich blieb, an meinen Fähigkeiten zweifelnd, zurück.
I thought it was situational stress combined with the trauma of painful childhood experiences that were the reasons for the aggressive and violent behaviour of both my clients. In retrospect I believe that this view was probably a contributing factor in the failure of the work with these women.  Ich sah die Gründe für das aggressive und gewalttätige Verhalten meiner beiden Klientinnen als Kombination von Situationsstress und Trauma einer schmerzhaften Kindheit. Im Nachhinein glaube ich jedoch, dass diese Sichtweise wahrscheinlich eine der Ursachen für das Scheitern der Arbeit mit diesen Frauen war.
Had these clients been men, I guess my assessment would have been quite different: I would have followed the working theory that a) violence is an issue and b) that a therapist should engage the anger and rage underneath any violence, in order to assist the client to channel it positively. My counter transference also would have been different in the case of a male. Sadly, my two female clients did not receive the benefit of such an approach. Wenn diese Klientinnen Männer gewesen wären, wäre meine Bewertung vermutlich ganz anders gewesen: Ich wäre der Arbeitsthese gefolgt, dass a) Gewalt ein Problem ist und b) dass ein Therapeut sich mit dem der Gewalt zugrunde liegenden Ärger und der Wut auseinandersetzen muss, um dem/der Klienten/in zu helfen, damit positiv umzugehen. Meine Gegenübertragung wäre im Falle eines Mannes anders gewesen. Bedauerlicherweise hatten meine beiden Klientinnen keine Chance, von solch einem Ansatz zu profitieren.
Upon further reflection I can’t recall that during my training and the years since, I have experienced much discussion amongst colleagues and peers, concerning female aggression and violence, both in its physical and non-physical form. Indeed it looks as if little attempt has been made, in the international psychotherapeutic community at large, to conceptualise an understanding of this phenomenon. It is consequently difficult to provide adequate therapeutic support for violent and abusive women. There is nowhere where violent women can go to seek help. Auch wenn ich mich anstrenge, kann ich mich nicht erinnern, dass während meiner Ausbildung und den Jahren danach unter meinen Kollegen/innen viel über weibliche Aggression und Gewalt diskutiert wurde – weder in bezug deren körperliche, noch in bezug auf nicht-körperliche Formen. Es sieht in der Tat so aus, als werden auf internationaler Ebene unter Psychotherapeuten im Großen und Ganzen kaum Anstrengungen unternommen, um ein Verständnis dieses Phänomens zu entwickeln. Deshalb ist es schwierig, adäquate Unterstützung für gewalttätige und misshandelnde Frauen anzubieten. Es gibt keine Stelle, an die sich gewalttätige Frauen um Hilfe wenden können.
When female violence is mentioned, it is quickly passed over within the context of a discussion on something else. Often the tenor is that the nature of female violence is merely circumstantial and that female violence is rooted in external reasons beyond the control of the perpetrator[1]. These too were my thoughts about my clients.  Wenn über weibliche Gewalt gesprochen wird, dann erfolgt oft und rasch eine Überleitung in ein anderes Thema. Es wird nämlich angenommen, dass die Natur weiblicher Gewalt in erster Linie ein situationsbedingtes Ergebnis, begründet durch externe Ursachen außerhalb der Kontrolle der Täterin ist. Dies waren auch meine Ansichten zu meinen Klientinnen.
In some cases views like these totally dismiss those of the perpetrator. For example, Guinevere Garcia: she smothered her 11-year-old daughter and some years later, in 1991, killed her ex-husband. She was sentenced to death in Illinois, a sentence commuted to life in 1996 by the state’s governor, on the grounds that Garcia had experienced a life of hardship. Garcia used to refute all attempts to regard her crimes as those of a victim. She said, ‘Do not generically label, package and attempt to justify my actions as that of an abused woman. There is a lot of rage built up inside me and if I am released into the general population that rage will present itself again.’[2] In einigen Fällen negieren solche Ansichten die Ansichten der Täterinnen völlig. Zum Beispiel Guinevere Garcia: Sie erstickte ihre 11 Jahre-alte Tochter und einige Jahre später (1991) tötete sie ihren Exmann. Sie wurde in Illinois zum Tode verurteilt. Dieses Urteil wurde durch den Gouverneur einige Jahre später in Lebenslänglich umgewandelt, wofür als Begründung die harten Lebenserfahrungen von Garcia herangezogen wurde. Garcia widerlegte alle Versuche, ihre Verbrechen als die eines Opfers zu betrachten. Sie sagte: “Bezeichnen, propagieren und beurteilen Sie meine Taten nicht allgemein als die einer misshandelten Frau. In mir ist eine Menge Wut und wenn ich wieder freigelassen werde, wird sich diese Wut wieder hochkommen.”
Female perpetrators of violence and their victims seldom receive proper help. Therefore cycles of violence and pain tend to remain unbroken: suffering and pain perpetuate themselves and trauma begets trauma.[3] Organisers of the US based campaign to break the silence around sexual abuse of daughters by their mothers (Making Daughters Safe Again MDSA) say that mothers are capable of the same range of violence, hate and autonomous behaviour[4] as other human beings. MDSA points at the continuous failure of social workers and psychotherapists to detect, understand and treat the victims and their perpetrators.  Weibliche Täter und deren Opfer erhalten selten angemessene Hilfe. Daher bleiben Kreisläufe von Gewalt und Schmerz ungebrochen: Leiden und Schmerz setzen sich von selber fort und Trauma erzeugt sich selbst. Die Organisatorinnen der aus den USA stammenden Kampagne zum Brechen des Schweigens um den sexuellen Missbrauch von Töchtern durch Mütter (Making Daughters Safe Again, MDSA) sagen, dass Mütter zum gleichen Ausmaß von Gewalt, Hass und selbstbestimmten Verhalten fähig sind, wie andere menschliche Wesen. MDSA weist auf das anhaltende Versagen von Sozialarbeitern und Psychotherapeuten hin, Opfer und Täter zu erkennen, zu verstehen und zu behandeln.
What is even more consternating is that although 81% of these victims are in therapy, only 3% have sufficient confidence in their psychotherapists to tell them about the abuse.[5] Female sex offenders have lower rates in seeking help than male sex offenders. This again is a reflection of where the profession stands in relation to the problem. As for the UK, it was estimated that women have sexually abused more than 250,000 children.[6] Noch bestürzender ist, dass obgleich 81% dieser Opfer in Therapie sind, nur 3% soviel Vertrauen zu ihrem Psychotherapeuten haben, dass sie über den Missbrauch sprechen. Weibliche Kindesschänderrinnen suchen seltener Hilfe als männliche Kindesschänder. Dies spiegelt wieder, wo der therapeutische Berufsstand in bezug auf das Problem steht. Allein für Großbritannien wurde geschätzt, dass mehr als 250.000 Kinder von Frauen missbraucht wurden.
Few therapists have verbalized the lack of a conceptual approach to female violence. One exception was Seattle based therapist Michael Thomas who worked for a child abuse agency. His work presented him with a stark gap between the content of his therapeutic training and experience with clients. He thought that ‘When you start listening to the children’s stories, you start to realize that there’s an awful lot more violence by women than any of us had been trained to expect.’[7] Erin Pizzey, who has a worldwide reputation as the pioneer of safe houses for battered women, underlines Thomas’ view. Pizzey experienced, whilst working on sexual abuse cases, that there are as many women paedophiles as there are men.[8] Wenige Therapeuten haben den Mangel an Konzeptionen bezüglich Arbeit mit weiblicher Gewalt zum Ausdruck gebracht. Eine Ausnahme war der aus Seattle stammende Therapeut Michael Thomas, der für eine Einrichtung gegen Kindesmisshandlung tätig war. Seine Arbeit zeigte eine drastische Kluft zwischen dem Inhalt seiner therapeutischen Ausbildung und den Erfahrungen seiner Klienten. Er bemerkte, dass „dir beim Anhören der Geschichten der Kinder klar wird, dass erheblich mehr Gewalt von Frauen gibt, als jeder von uns zu erwarten konnte.“ Erin Pizzey, die weltweit als eine der Pionierrinnen der Frauenhäuser bekannt ist, bestätigt Thomas‘ Sichtweise. Pizzey stellte bei ihrer Arbeit mit Fällen von sexuellen Missbrauch fest, dass es ebenso viele weibliche wie männliche Pädophile gibt.
Female on female violence, be it in same sex relationships, in female prisons or other situations reflect high levels of violence too. According to Patricia Pearson, incidences of violence in English women’s prisons are two and a half times higher than in men’s prisons. Breaches of prison rules in US prisons amounted to an annual average of two per female inmate compared to 1.4 per male inmate. Amongst the most common violations are striking an officer, fighting without a weapon and damaging or destroying property.[9] Weibliche Gewalt gegen Frauen, sei es in gleichgeschlechtlichen Beziehungen, in Frauengefängnissen oder in anderen Situationen, spiegeln ebenfalls hohe Gewaltraten wider. Laut Patricia Pearson sind gewalttätige Vorfälle in britischen Frauengefängnissen zweieinhalbmal häufiger als in Männergefängnissen. Verletzungen von Gefängnisregeln in US-Gefängnissen betrugen im jährlichen Durchschnitt zwei pro weiblichen Insassen, während es 1,4 pro männlichen Insassen waren. Unter den häufigsten Gewalttaten sind Tätlichkeiten gegen Vollzugsbeamte, unbewaffnete Schlägereien und Beschädigung oder Zerstörung von Eigentum.
A lack of discussion and exploration of female violence has in practice kept it a non-topic. This is a somewhat surprising because colleagues tell me stories about clients, who suffered abuse by mothers, sisters, aunts, grandmothers, nannies, teachers, nuns and others. Also, there is mention of women who intimidate or threaten their therapist. Der Mangel an offener Diskussion und Erforschung weiblicher Gewalt hat diese zu einem Nicht-Thema werden lassen. Dies ist ziemlich erstaunlich, besonders angesichts der von Kollegen berichteten Geschichten über Klienten, die unter Misshandlungen durch Mütter, Schwestern, Tanten, Großmütter, Kindermädchen, Lehrerinnen, Krankenschwestern und anderen litten. Zudem gibt es Berichte über Bedrohungen von Frauen gegen ihre Therapeuten.
Worldwide there are close to 200 completed studies about female violence. Martin Fiebert of California State University Department of Psychology listed systematic and empirical studies comprising over 60,000 people; the results let him conclude, ‘that women are as physically aggressive, or more aggressive, than men in their relationships with their spouses or male partners.’[10]John Archer, professor of psychology at the University of Central Lancashire conducted a meta-analytic review of over 80 studies about aggression in heterosexual relationships.[11] The results showed that “women were slightly more likely than men to use one or more acts of physical aggression and to use such acts more frequently.” A further study by DeMaris on male versus female initiation of aggression, carried out amongst 865 students, reports ‘when one partner could be said to be the usual initiator of violence, that partner was most often the woman.’ According to DeMaris the findings apply to both black and white participants.[12] Weltweit gibt es fast 200 abgeschlossene Studien über weibliche Gewalt. Martin Fiebert von der California State University Department of Psychology hat systematisch empirische Studien mit Daten von 60.000 Personen aufgelistet. Die Resultate veranlassen ihn zu der Schlussfolgerung, “das Frauen in ihren Beziehungen mit ihren Partnern genauso aggressiv oder noch aggressiver wie ihre Gatten oder männlichen Partner sind.” John Archer, Professor für Psychologie an der University of Central Lancashire, führte eine Meta-analytische Auswertung von über 80 Studien zu Aggressionen in heterosexuellen Beziehungen durch. Die Ergebnisse zeigten, “dass sich Frauen etwas wahrscheinlicher als Männer aggressiv verhalten und dass sie dies auch häufiger tun.” Eine weitere Studie von DeMaris über das Initiieren von  Aggressionen, im Vergleich zwischen Männern und Frauen, zeigte, “dass wenn ein Partner Gewalt ausübt, diese am häufigsten von der Frau ausging.” Nach DeMaris betreffen diese Befunde sowohl weiße wie farbige Probanden. 
The results of a survey by University of Bremen[13] into aggression at the stage when the partners are separating, conducted under the guidance of Professor Gerhard Amendt, provides evidence that men initiate 18% of physical aggression whilst women initiate 60% of attacks. The growing awareness regarding female violence has, in 2001, prompted the German federal ministry of family affairs to fund a national study into the problem.[14] Die Ergebnisse einer an der Universität Bremen unter Leitung von Profess  or Amendt zu Aggressionen bei der Trennung von Partnern durchgeführten Untersuchung zeigten, dass Männer 18%, Frauen aber 60% der körperlichen Angriffe initiierten. Das wachsende Bewusstsein zu weiblicher Gewalt hat im Jahr 2001 das deutsche Familienministerium dazu veranlasst, eine nationale Studie zu dem Problem auszuschreiben.
Detailed facts and data about violence and abuse by women are now easy to come by. Publications about the problem are growing in number. Several well-researched publications focus on female violence, such as Pearson,[15]Heyne[16] and Kirsta.[17] then I run a web search on Google.com, using the key word ‘female violence,’ I was presented with nearly 1.2 million listings. The growing concern regarding the serious consequences, which men suffer by violent wives and girlfriends will soon see the opening of safe houses for battered men in two European capitals, Berlin[18] and Zürich.[19] Detaillierte Fakten und Daten über Gewalt und Misshandlung durch Frauen sind inzwischen leicht zu bekommen. Die Zahl der Veröffentlichungen zu dem Problem nimmt zu. Viele sorgfältig recherchierte Publikationen (Pearson, Heyne, Kirsta) befassen sich ausschließlich mit weibliche Gewalt. Als ich eine Internetsuche mit Google.com mit dem Stichwort „female violence“ durchführte, wurden1,2 Millionen Ergebnisse angezeigt. Dem wachsenden Bewusstsein über die ernsthaften Konsequenzen, an denen Männer durch gewalttätige Frauen zu leiden haben, wird zur Folge haben, dass in nächster Zeit in zwei europäischen Hauptstädten, Berlin und Zürich Männerhäuser eröffnet werden.
In the case of male victims there is a masculine view that blocks the ability to successfully deal with trauma.[20] Apart from the pain, shame, guilt, the loss of health or even their lives, men have been and still are suppressed by a rigid code of social control.Society in post Renaissance France forced battered husbands to sit backwards on donkeys holding their tails while the donkey were made to trot around town. The English equivalent was strapping men to a cart and parading them around.[21] The situation of victims of female violence and abuse is difficult. Society participates in upholding this taboo. Bei männlichen Opfern gibt es eine maskuline Ideologie, die eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Problem verhindert. Abgesehen von Schmerz, Scham, Schuldgefühl, Verlust der Gesundheit oder gar ihres Lebens, unterliegen Männer der Unterdrückung durch rigide soziale Kontrollkodexe. In Frankreich der Post-Renaissance zwang man geschlagene Männer, sich rückwärts auf einem Esel zu sitzend und am Schwanz festhaltend durch die Stadt treiben zu lassen. Die britische Entsprechung dazu war das Fesseln solcher Männer auf einen Karren, um sie in einem Umzug der Bevölkerung vorzuführen. Die Situation von Opfern weiblicher Gewalt und Misshandlung ist schwierig. Die Gesellschaft hält das Tabu weiterhin aufrecht.
Children on the other hand are often confused about the extent of the sexual abuse, because the abuser is frequently the primary care giver or otherwise in a caring role. They are likely to be younger than victims of male paedophiles. In order to cope and to please the abusing carer, they will disassociate from any possible pain or blame themselves. In addition, they don’t have the capacity to conceptualise and verbalise their own feelings, either to themselves or to others.  Kinder sind oft durch das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs verwirrt, weil die Missbraucherin die primäre Betreuungsperson ist oder eine andere betreuende Rolle spielt. Sie sind mit größerer Wahrscheinlichkeit jünger als die Opfer männlicher Pädophiler. Um solche Erlebnisse zu bewältigen oder um es sich nicht mit der Missbraucherin nicht zu verärgern, werden sie jeden möglichen Schmerz verdrängen oder sich selbst beschuldigen. Kinder haben sie auch nicht die Fähigkeit, ihre eigene Gefühle zu ordnen und diese sich selbst oder anderen gegenüber auszudrücken.
Female violence inflicted against women, men or expressed through sexual abuse of children tends to take place in a different context than that in which men commit violence. The difference is that female violence more often takes place within a family and personnel relation situation. In comparison to men, women convicted of murder are twice as likely to have killed an intimate partner, a relative or a person well known.[22] However, throughout history women have also, in many societies, proactively played a part in public violence. Women from the Cherokee, Iroquois, Omaha or Dakota tribes, to quote just a few examples, regularly tortured prisoners of war to death.[23] The psychotherapeutic profession seems to underestimate the occurrence of female violence. As research shows, women are on equal footage to men, when it comes to violence. It is important to understand what the role of the psychotherapist in relation to this problem is. What structures and approaches can we offer to violent women and their victims within the context of counselling and psychotherapy?  Weibliche Gewalt, gegen andere Frauen oder Männer gerichtet oder durch sexuellen Missbrauch von Kindern ausgelebt, findet in einem anderen Umfeld als dem statt, in dem Männer Gewalt ausüben. Der Unterschied ist, dass weibliche Gewalt viel öfter innerhalb einer Familie und in persönlichen Beziehungen ausgedrückt wird. Im Vergleich zu Männern ist bei Frauen, die wegen Mord verurteilt wurden, die Wahrscheinlichkeit zweimal höher, dass ein Beziehungspartner oder eine nahstehende Person getötet wird. Aber es gibt viele Ausnahmen. Im Verlauf der Geschichte haben Frauen in vielen Gesellschaften eine proaktive Rolle bei öffentlicher Gewalt gespielt. Frauen der Cherokee, Irokesen, Omaha oder Dakota- Stämme, um nur einige Beispiele zu nennen, haben regelmäßig Gefangene zu Tode gequält. Die Psychotherapie scheint die Häufigkeit weiblicher Gewalt zu unterschätzen. Wie die Forschung zeigt, stehen Frauen den Männern nicht nach, wenn es um Gewalt geht. Es ist wichtig zu verstehen, welches die Rolle des Psychotherapeuten in Bezug auf dieses Problem ist. Was für Strukturen und Lösungen können wir gewalttätigen Frauen und ihren Opfern innerhalb des Kontextes von Beratung und Psychotherapie anbieten?
It is early days in the psychotherapeutic exploration of female anger and abuse. There is an absence of working models to accommodate this phenomenon in therapeutic work. For the sake of clarity I shall therefore break down my conclusions into three separate facets:  Die psychotherapeutische Erforschung von weiblicher Aggression und Misshandlung steht erst am Anfang. Es fehlen Arbeitsmodelle, um dieses Phänomen in die therapeutische Arbeit einzubeziehen. Um der Klarheit willen werde ich daher meine Schlussfolgerungen in drei Facetten herunterbrechen:
Female violence and counter-transference Weibliche Gewalt und Gegenübertragung
The discrepancy between the considerable levels of occurrence of female violence and the lack of systematic discussion in the therapeutic profession may indicate to us something about the counter transference of counsellors/psychotherapists. It appears, judging by my own counter-transference and that of colleagues, that the issue is unconsciously avoided by a paralysing dynamic between two extreme approaches towards the issue.  Die Diskrepanz zwischen den beträchtlichen Ausmaßen weiblicher Gewalt und dem Mangel an systematischen Diskussionen in der Psychotherapie zeigt uns einiges über die Gegenübertragung von Beratern/Psychotherapeuten. Es sieht so aus – unter Berücksichtigung meiner eigenen Gegenübertragung und der von Kollegen – dass das Problem unbewusst durch eine lähmende Dynamik zwischen zwei extremen Glaubensansichten vermieden wird.
On the one hand society belittles female violence, for example by ridiculing male victims. Society makes it difficult for women to indeed feel anger and rage, in the way men are allowed to experience it. On the other there is attachment to the archetype of unconditional care, an archetype prescribed to women, but even more so to mothers. Society’s attachment to such an archetype helps to develop faith and trust in life, for if no such archetype exists we would find it difficult to trust life. However, our attachment to and dependency on this archetype has created a split between the ability to care and the phenomena of aggression and violence. Like society, therapists may also find it difficult to look at what is split off.  Auf der einen Seite verharmlost unsere Gesellschaft weibliche Gewalt – z.B. durch das Lächerlichmachen männlicher Opfer. Die Gesellschaft macht es Frauen schwer, Ärger und Wut so zu erleben, wie es Männern erlaubt ist. Weiterhin haben wir mit dem Archetypus der bedingungslosen Sorge und Güte zu tun, ein Urmuster, das Frauen und noch viel mehr Müttern zugeschrieben wird. Die gesellschaftliche Ausrichtung auf solche einen Archetypus unterstützt uns bei der Entwicklung von Vertrauen und Glauben ans Leben, was ohne solche Archetypen schwer zu erreichen wäre. Unsere einseitige Bindung und Abhängigkeit von diesem Archetypus hat jedoch eine Kluft zwischen der Fähigkeit zu sorgen und dem Phänomen von Aggression und Gewalt geschaffen. Und wir Psychotherapeuten, wie unsere Gesellschaft im Allgemeinen, haben Schwierigkeiten, mit dieser Polarität umzugehen.
Female violence and its victims in counselling/psychotherapy Weibliche Gewalt und deren Opfer in Beratung/ Psychotherapie
The social interdiction around female violence encourages silence about its prevalence and debilitates victims from talking about it. Reports by MDSA and others indicate that victims find it very difficult to come forward and entrust their stories to counsellors and therapists. As therapists our foremost task is to offer the client adequate space to talk about their experience.Empathy with the client’s feelings must be offered throughout the sessions. Die soziale Verdrängung weiblicher Gewalt führt zum Verschweigen von deren Häufigkeit und entmutigt Opfer, darüber zu reden. Berichte des MDSA und anderer Organisationen zeigen, dass Opfer es schwer finden, sich zu öffnen und ihre Erlebnisse Beratern und Therapeuten anzuvertrauen. Als Therapeut/in ist es unsere primäre Aufgabe, dem Klienten angemessenen Raum zur Darstellung seiner Erfahrungen zu geben. Eine einfühlsame Herangehensweise an die Emotionen des Klienten muss Bestandteil der Arbeit sein.
That fact that a high frequency of female violence occurs within the context of personal relationships and not in public creates additional hurdles for victims. Victims may doubt the integrity of their own judgement and thus fear isolation. Therapists need to remain aware of how difficult it is for clients to deal with this. Die Tatsache, dass ein hoher Anteil weiblicher Gewalt im Kontext persönlicher Beziehungen und nicht in der Öffentlichkeit auftritt, schafft weitere Hürden für die Opfer. Opfer können an der Richtigkeit ihrer eigenen Beurteilung zweifeln und sich dadurch isolieren. Therapeuten müssen sich darüber bewusst bleiben, wie schwer es für Klienten ist, mit diesem Problem umzugehen.
In order to facilitate the creation of an open therapeutic space we need to be vigilant in detecting signs of trauma caused by female abuse and violence within a client’s narrative. We need to signal the client our commitment to believe their story without falling into the trappings of our own counter-transference. When working with severely traumatised clients who suffer posttraumatic stress an integrative approach and application of different therapeutic methods, as recommended by Gurris[24] is suggested. Um die Schaffung eines offenen therapeutischen Raumes zu erleichtern, müssen wir wachsam bei der Erkennung von Traumata durch weibliche Misshandlung und Gewalt in den Berichten der Klienten sein. Wir müssen der Klientin unsere Bereitschaft zeigen ihrer Geschichte zu glauben, ohne in die Falle unserer eigenen Gegenübertragung zu geraten. Bei der Arbeit mit ernsthaft traumatisierten und an posttraumatischem Stress leidenden Klienten sind ein integrativer Ansatz und die Anwendung von anderen therapeutischen Methoden, wie von Gurris vorgeschlagen, empfohlen.
Female violence and its perpetrators in counselling/psychotherapy Weibliche Gewalt und deren Täterinnen in Beratung/ Psychotherapie
Women do not benefit from the quasi normality attributed to male violence. It is in many cases easier, with a male client, to explore feelings and fantasies and possible experience around violent acts. A man is not breaking a taboo in doing so. Women, on the other hand, like their victims, are under rigid social control in the area of violence.  Frauen haben, wenn es um die Gewaltfrage geht, nicht den Vorteil einer Quasi-Normalität, wie sie männlicher Gewalt zugeschrieben wird. Bei einem männlichen Klienten ist es in vielen Fällen leichter, Gefühle und Fantasien sowie mögliche Erfahrungen mit Gewaltakten aufzudecken. Ein Mann bricht dabei kein Tabu. Frauen stehen dagegen im Bereich von Gewalt –wie ihre Opfer- unter rigider sozialer Kontrolle.
A female client is more likely to disassociate from violent notions because violence does not fit with sanctioned identities and expectations. As already indicated, the role of mother and primary caregiver, for instance, is for most people irreconcilable with violence. If we as therapists are led by this stereotype we will restrict the field in which we can work with our client. Primarily it is our task, rather then the client’s, to allow violence to be explored. Basically, a phenomenological standpoint that is free of restrictive value judgements is key.  Eine Klientin verdrängt mit größerer Wahrscheinlichkeit gewalttätige Gedanken, weil Gewalt nicht zu den Eigenschaften und Erwartungen Frauen passt, die ihnen erlaubt sind. Wie bereits gezeigt, ist z.B. die Rolle der Mutter und der Primärbezugsperson für die meisten Menschen mit Gewalt unvereinbar. Wenn wir uns als Therapeuten von diesem Stereotyp leiten lassen, schränken wir den Raum ein, in dem wir mit unserem/er Klienten/in arbeiten können. In erster Linie ist es unsere Aufgabe – und nicht die unserer Klientin - die Aufdeckung von Gewalt zu ermöglichen. Grundlage dafür ist ein phänomenologischer Standpunkt als Schlüssel von therapeutischer Arbeit, die frei von Werturteilen ist. 
A creative exploration of her own violent images and feelings will help a client, in time, to become aware of unconscious disassociations. Working with sub-personalities with the aim to facilitate integration can be used in this context. Following from there an exploration of the practical consequences of acting out of anger ought to be included. The aim is empowerment: The client should be able to hold an awareness of her feelings without needing to disassociate from them or acting them out.  Eine kreative Herangehensweise an eigene gewalttätigen Bilder und Gefühle wird einer Klientin helfen, sich über unbewusste Verdrängungen klar zu werden. In diesem Kontext kann mit dem Ziel einer leichteren Integration die Arbeit mit Teil-Persönlichkeiten angewendet werden. Davon ausgehend sollte eine Aufdeckung der praktischen Folgen des Auslebens von Wut einbezogen werden. Das Ziel ist Ermutigung (Empowerment). Die Klientin sollte zur Wahrnehmung ihrer Gefühle ohne diese verdrängen zu müssen, in der Lage sein.

References/Referenzen:

 

[1] Kirsta A, Deadlier than the Male, HarperCollins; 1994. page 5
[2] Pearson P, When She Was Bad, Virago; 1998. page 59
[3] Levine PA, Waking the Tiger, Healing Trauma, North Atlantic Books; 1997. page 9
[4] MDSA: Breaking the Silence, 2001. See also http://mdsasupport.homestead.com/amdsa.html. Accessed 19/9/02
[5] See MDSA reference to B. Rosencrans, The last secret: Daughters sexually abused by mothers. VT: Safer Society Press; 1997
[6] BBC 1, Panorama, broadcast on 6 October 1997, summary and full transcript available at: http://www.vix.com/menmag/panosumm.htm. Accessed 10/9/02
[7] Pearson P, op cit, page 123.
[8] Pizzey E, Shackleton JR, Urwin P, Women or Men – Who are the Victims? Civitas; 2000. page 31
[9] Pearson P, op cit, page 210
[10] Available at http://www.csulb.edu/~mfiebert/assault.htm. Accessed 9/9/02
[11] Archer J, Sex differences in aggression between heterosexuel partners: A meta analytic review; Psychological Bulletin 2000, S. 651ff
[12] DeMaris A,Male versus female initiation of aggression. In E. C. Viano (Ed.), Intimate violence: interdisciplinary perspectives.. Bristol, PA: Taylor & Francis (1992) pages 111-120
[13] Available at http://www.igg.uni-bremen.de/unterseiten/newsletter1.html. Accessed 16/11/02
[14] Wenn Frauen Männer schlagen, Adelheid Müller-Lissner. In ‘Der Tagesspiegel’, 19 February 2002, available at http://www2.tagesspiegel.de/archiv/2002/02/18/ak-we-559445.html#start. Accessed 1/9/02
[15] Pearson P, op cit.
[16] Heyne C, Täterinnen Kreuz Verlag; 1993
[17] Kirsta A, Deadlier Than the Male, HarperCollins; 1994
[18] Available at www.maennerberatung.de/maennerhaus.htm. Accessed 29/8/02
[19] Wenn Frauen zuschlagen by Carl Bieler, in Brückenbauer 23, 4 June 2002, available at www.brueckenbauer.ch/INHALT/0223/23akt.htm#TOP. Accessed 29/8/02
[20] Masculine narrative and trauma resolution, A. Hossack and E. Johnson, in CPS April 2002, p.20-23
[21] Malcolm J. George, Riding the Donkey Backwards: Men as the Unacceptable Victims of Marital Violence, in The Journal of Men’s Studies, Vol. 3, No.2, Nov 1994
[22] Violent Women - From US Department of Justice. Bureau of Justice Statistics Bulletin Women in Prison NCJ-145321.Available at http://www.vix.com/pub/men/battery/studies/by-gender.html. Accessed 20/8/02
[23] Van Creveld M, Frauen und Krieg, Gerling Akademie Verlag GmbH; 2001. page 20.
[24v Gurris N, Psychic Trauma through Torture – Healing through Psychotherapy; 1996. page 41. In ‘At the Side of Torture Survivors’, The John Hopkins University Press.

 
 

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