Vorarlberg Online - Österreich - Donnerstag, 28. Juli 2005
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Tödliche Familientragödien der letzten fünf Jahre

Immer wieder treiben Beziehungskrisen oder Geldprobleme Menschen zu Bluttaten innerhalb der eigenen Familie. Väter oder Mütter nehmen in scheinbar ausweglosen Situationen Partner oder Kinder "mit in den Tod".

Oft sind auch psychische Probleme der Täter oder Täterinnen Auslöser. Im folgenden die spektakulärsten Fälle der vergangenen Jahre, bei denen auch Kinder unter den Opfer waren:

Jänner 2000: Eine 24-jährige Frau erdrosselt in Wien-Landstraße ihre beiden Kinder Enes (2) und Ömer (6). Von der mutmaßlichen Täterin fehlt bis heute jede Spur. Es wird befürchtet, dass sie Selbstmord begangen hat.

April 2000: In einer Wohnung in Wien-Meidling werden eine Frau und ein Mädchen im Volksschulalter tot aufgefunden. Der verdächtige Ehemann und Kindesvater wird nach einem Selbstmordversuch in Polizeigewahrsam genommen. Er soll die geplante Trennung von der Frau nicht überwunden haben.

Juli 2000: Ein 43-jähriger Angestellter aus Lutzmannsburg erschießt seine vierjährige Tochter und begeht anschließend Selbstmord. Die Leichen werden auf einer Bauschuttdeponie gefunden.

Oktober 2000: Ein Dreijähriger wird in Wien-Margareten von seinem Vater mit einem Plastiksack erstickt. Nach der Tat versucht der Mann Selbstmord zu verüben. Er hat die Scheidung von seiner Frau nicht verkraftet, außerdem litt der 39-Jährige an Depressionen.

Oktober 2000: Psychische Probleme sind Ursache für eine Bluttat in Wien-Döbling: Die ehemalige Beraterin des früheren slowakischen Ministerpräsidenten Vladimir Meciar fügt ihrem neunjährigen Sohn mehrere Messerstiche zu. Anschließend versucht sich die Frau selbst zu töten. Der Bub und die Frau erleiden schwerste Verletzungen.

April 2001: Ein Vater will im Bezirk Eferding in Oberösterreich sich und seinen kleinen Sohn töten, weil ihn die Mutter des Kindes verlassen möchte. Er wirft einen Haarföhn in die Badewanne. Doch die Sicherungen verhindern das Schlimmste.

Juni 2002: Ein 38 Jahre alter Tankwart erdrosselt in der Südsteiermark seine 13 Jahre alte Tochter mit einem Elektrokabel und begeht anschließend Selbstmord. Hintergrund dürfte eine Auseinandersetzung zwischen Vater und Tochter um die familiären Verhältnisse gewesen sein.

August 2001: Weil eine Tirolerin an einer so genannten Stilldepression leidet, wirft sich die Frau mit ihrem Baby auf dem Arm bei Kitzbühel vor einen Zug.

Juni 2003: Ein vierjähriger behinderter Bub stirbt nach schweren Misshandlungen in der Grazer Kinderklinik. Sein Vater soll ihm die Schädelverletzungen und die inneren Verletzungen zugefügt haben.

September 2003: Ein 41-jähriger Familienvater holt seine fünfjährige Tochter vom Kindergarten in Wien-Döbling ab und bringt sie in seine Wohnung. Mit einem Kopfschuss tötet er das Kind und danach sich selbst. Grund ist die Trennung von der Kindesmutter.

Dezember 2003: Oberhalb des Kraftwerks Greifenstein in Niederösterreich fügt ein 28-jähriger Hilfsarbeiter seinem dreijährigen Sohn mit einem Messer schwere Stichverletzungen zu und wirft das Kind in die eiskalte Donau. Der Bub wird von der Feuerwehr geborgen. Reanimationsversuche bleiben vergeblich. Der Vater, der nach der Tat ebenfalls in die Donau gesprungen war, rettet sich ans Ufer.

März 2004: In Semriach bei Graz ersticht und erwürgt ein Mann seine beiden schlafenden Kinder im Alter von neun und elf Jahren und erhängt sich anschließend. Seine Frau findet die drei Leichen und einen Abschiedsbrief ihres Mannes. Als Motiv werden Eifersucht und Eheprobleme angenommen.

Mai 2004: Ein Blutbad richtete der 61-jährige Besitzer eines Ausflugsgasthauses in Ansfelden im Bezirk Linz-Land an: Er erschoss seine 58-jährige Frau an ihrem Geburtstag sowie seine 19-jährige Tochter. Danach richtete er sich selbst. Das Motiv dürfte die Pleite seiner Gaststättenbetriebsgesellschaft sein. August 2004: In einem Wohnmobil auf einem Campingplatz in Latisana unweit des Adria-Badeortes Lignano werden die Leichen eines 37-jährigen Oberösterreichers, seines 16-jährigen Sohnes und eines 14-jährigen Mädchen entdeckt. Der mann soll erst die Kinder erstochen und sich dann selbst umgebracht haben. April 2005: Ein Amokläufer zwingt einen Taxilenker ihn von Wien aus nach Potzneusiedl (Bezirk Neusiedl am See) im Nordburgenland zu führen. Dort erschießt der 45-Jährige insgesamt drei Frauen. Als Hintergrund der Gewalttaten gelten Erbschaftsstreitigkeiten.

Juni 2005: In einem Zweiparteienhaus in Graz wurden vier tote Säuglinge in einer Gefriertruhe bzw. in Kübeln einzementiert unter Gerümpel gefunden. Eine 32-jährige Grazerin steht im Verdacht die Babys nach der Geburt getötet zu haben.