Immer mehr Frauen suchen Rat und Hilfe

Beratungsstellen Syke und Diepholz bestehen seit zehn Jahren / „Bedarf ist kontinuierlich gestiegen“

Von unserem Redakteur
Frank Bagdatopulos

Syke/Landkreis. Immer mehr Frauen suchen Hilfe in den jetzt seit zehn Jahren bestehenden Beratungsstellen Syke und Diepholz des Vereins zum Schutz misshandelter Frauen. „Der Bedarf an Beratung ist kontinuierlich gestiegen“, stellt Betreuerin Marianne Diekmann fest.

Sie hilft regelmäßig Frauen in Not, etwa bei Eheproblemen oder in Scheidungs- oder Trennungsphasen. Insgesamt 238 Frauen suchten im zurückliegenden Jahr die Beratungsstellen auf. Dort wurden außerdem 25 Frauen, die das Frauen- und Kinderschutzhaus in Diepholz verließen, weiter betreut. Aus der weitergehenden Betreuung der Frauen aus dem Schutzhaus waren 1991 die Beratungsstellen entstanden.

Die Gründe, die Frauen veranlassen, sich fachlichen Rat zu holen, sind laut Diekmann sehr vielfältig. Fast immer geben Notsituationen, persönliche Probleme oder Beziehungsschwierigkeiten den Ausschlag. „Ratsuchende möchten zum Beispiel über ihre Rechte und Pflichten oder über das elterliche Sorgerecht im Falle einer Trennung informiert werden“, so die Sozialpädagogin, die zeitweilig von einer Rechtsanwältin unterstützt wird. Auch der sensible zwischenmenschliche Bereich gehört zu ihrem Metier. Oft ist ihr Rat gefragt, wenn die betroffenen Frauen sich persönlich neu orientieren wollen oder die Gespräche mit den (ehemaligen) Partnern festgefahren sind.

„Das Thema Gewalt oder Missbrauch wird erst angesprochen, wenn eine vertrauensvolle Beratungsbeziehung besteht“, räumt Diekmann ein. Sie hilft auch schwangeren Frauen in Konfliktsituationen – etwa beim Antrag auf Zuschüsse über die Bundesstiftung „Schutz des ungeborenen Lebens“.

„Manchmal ist den Klientinnen schon geholfen, wenn sie über ihre Konflikte und Schwierigkeiten in einer vertrauensvollen Atmosphäre sprechen können“, weiß die Beraterin. Sie versucht stets, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben: Die Frauen werden darin unterstützt, ihre Problemlage und sich selbst besser zu verstehen und ihre Stärken wieder neu zu entdecken. Diekmann: „Wenn darüber hinaus das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, mit einer gegebenen Situation fertig zu werden, gestärkt werden, können die Betroffenen leichter Krisen aus eigener Kraft überstehen und ihre Selbstheilungskräfte mobilisieren.“ Die Beratungen, zu denen die Frauen freiwillig kommen, sind übrigens kostenlos und vertraulich.

Die Beratungsstellen sind seit 1991 im Syker Haus der Hilfe am Bremer Weg 2 (Sprechstunden jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat 15 bis 17 Uhr, Telefon 0 42 42 / 666 000) und im Diepholzer Haus Kohlhöfen 48 (dienstags 15 bis 17 Uhr und Freitags von 10 bis 12 Uhr, 0 54 41 / 20 77) angesiedelt.

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Beratungsstellen ist für August eine Feierstunde in Diepholz vorgesehen.
 
 

15. Mai 2001
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