KINDESTÖTUNG : KINDESMORD : VATER ALS TÄTER :

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Montag 25. November 2002, 15:23 Uhr

Vater wegen Mordes an siebenjährigem Sohn angeklagt

Stuttgart (AP) Wegen der Tötung seines sieben Jahre alten Sohnes muss sich seit Montag ein 59 Jahre alter Mann vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Technischen Zeichner vor, sein Kind am 8. März dieses Jahres ermordet zu haben. Er habe den Jungen zuerst beruhigt und dann in der Küche seines Büros erstickt, sagte Staatsanwalt Stefan Ebert. Nach der Tat hatte der Mann selbst die Polizei gerufen und kurz nach seiner Verhaftung ein Geständnis abgelegt.

Als die Rettungskräfte am Tatort eintrafen, bot sich ihnen ein Bild des Grauens: Der Mann, der sich nach der Tat die Pulsadern aufgeschnitten hatte, hielt in seinen blutüberströmten Armen seinen toten Sohn. Hintergrund der Familientragödie dürften persönliche Schwierigkeiten gewesen sein. An jenem Tag war der Vater für die Betreuung des Kindes zuständig.

Der Angeklagte berichtete am ersten Prozesstag, dass seine Frau sich von ihm trennen wollte und dass seine Firma überschuldet gewesen sei. Zuvor hatte der 59-Jährige von seiner schwierigen Kindheit erzählt. Der Angeklagte hatte vor mehr als 40 Jahren schon einmal getötet: Damals hatte er seinen älteren Stiefbruder erstochen. Deshalb war er 1963 zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer will mit Hilfe eines psychiatrischen Sachverständigen klären, ob der Angeklagte zur Tatzeit voll schuldfähig war oder nicht. Das Landgericht hat für die Verhandlung fünf Prozesstage angesetzt. Das Urteil wird am 9. Dezember erwartet.