| Bub entführt: Happy End
Ein Toter in Sopron / Odysee eines "Rosenkriegs": Die Spur führte über Wien und Venedig
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Praktisch im letzten Moment hat am Montag die Schwechater Polizei die Entführung
eines dreijährigen Buben vereitelt. Die Schauplätze des internationalen
Krimis, bei dem ein Mann unter noch rätselhaften Umständen ums
Leben gekommen ist: Florida, München, Wien, Sopron, Venedig und Paris,
wo das Drama letztendlich ein Happy End gefunden hat.
Den Hintergrund der Affäre bildet der Streit um das Sorgerecht für den kleinen David. In Deutschland wurde es der Mutter, einer 39-jährigen Augenärztin aus München, zugesprochen. In den USA konnte hingegen der Vater, ein ebenso prominenter wie wohlhabender Laborforscher und Psychologe aus Florida, der sich gleich von 15 Anwälten vertreten lässt, trickreich ein Versäumnisurteil erreichen, wonach der Bub ihm "gehört". "Hätte er den Buben auf amerikanischen Boden gebracht, wäre die Mutter chancenlos gewesen", so der Münchner Anwalt der Frau, Donald Cramer, über die rechtliche Problematik zum KURIER. Seit zwei Jahren musste Dr. Katharina G. mit der Angst leben, der Sohn könnte von ihrem Ex-Mann, Dr. George U., 49, entführt werden. Also versteckte sie David zuletzt bei ihrem Vater in Sopron. Als sich der 66-Jährige am Sonntag telefonisch nicht meldete und G. erfuhr, dass Dr. U. auf dem Weg nach Ungarn sein soll, flog die Ärztin kurzerhand selbst los. Eine erste heiße Spur führte sie nach Wien-Schwechat. Dort klagte die Mutter den Fahndern unter Oberst Alfred Rupf Montag gegen vier Uhr früh ihr Leid: "Ich fürchte, dass David entführt wurde. Wahrscheinlich wird er in einem Hotel am Flughafen festgehalten". Daraufhin ließ Rupf die Unterkunft von der Sondereinheit "Kranich" umstellen. Tatsächlich hatte der Gesuchte dort ein Zimmer gemietet, war aber schon abgereist, als die Kripo kam. Gefunden wurde hingegen ein amerikanisches Detektiv-Pärchen, das bestätigte, von Dr. U. den Auftrag erhalten zu haben, den kleinen David zu finden. Was in Kooperation mit ungarischen Detektiven auch gelungen war. Gemeinsam sei man nach Sopron gefahren - von wo Dr. U. den Buben dann "mitgenommen" habe. Die alarmierte ungarische Polizei hielt Montagvormittag in der Wohnung von Davids Großvater, George K., 66, Nachschau. Und fand - die Leiche des Mannes" Woran K. gestorben ist, ist vorerst noch unklar. Vermutet wird Herzversagen (auf Grund der Aufregung). Verletzungen waren keine zu sehen, heißt es. Allerdings wurden bei den Detektiven Elektroschocker sichergestellt. Und Anwalt Cramer deutete gegenüber dem KURIER an, ihm würden Hinweise vorliegen, dass Fremdverschulden - also Mord? - nicht auszuschließen sei. Montagmittag hat sich jedenfalls bei der Einvernahme der Detektive herausgestellt, dass Dr. U. in Schwechat einen Leihwagen gemietet hatte und auf dem Weg nach Italien sein könnte. Das Auto fand sich wenig später auch wirklich am Flughafen "Marco-Polo" in Venedig. Und bald darauf stand fest: Autor: Peter Grolig
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