Mittwoch, 12. April 2000, Seite 13 |
Chronik [<] [>] |
Blitzfahndung verhinderte Entführung
Schwechat - Eine deutsche Ärztin hat ihren Sohn wieder. Der Dreijährige wurde ihr am Dienstag in Frankreich übergeben. Der Bub war aus Ungarn zunächst nach Italien verschleppt worden. Vom amerikanischen Vater. Vereitelt wurde die Entführung nach 24 Stunden durch österreichische Kriminalisten. Vater wollte Sohn in die USA mitnehmen
Die Fahndung nach dem Buben wurde erst Montag eingeleitet, als die 39-jährige Mutter die Kripo Schwechat alarmierte. Ihr Bub, der beim Großvater in Sopron hätte sein sollen, befände sich in Begleitung seines aus Florida stammenden Vaters in einem Hotel am Wiener Flughafen. Die Kripo durchsuchte das Hotel. Und fand zwei Privatdetektive aus den USA. Diese waren vom 49-jährigen Kindesvater beauftragt worden, den Aufenthalt des Buben ausfindig zu machen - der Vater war nach Sopron unterwegs.
Die heimischen Fahnder alarmierten sofort ihre ungarischen Kollegen. Als diese in der Wohnung des Großvaters Nachschau hielten, waren Vater und Sohn fort, der Pensionist war tot. Der Mann soll aufgrund der Aufregung an Herzversagen gestorben sein.
Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Psychologe mit seinem Kind wieder nach Schwechat gefahren war, sich am Flughafen ein Leihauto gemietet und mit diesem seine Flucht nach Italien fortgesetzt hatte. Am Flughafen von Venedig hatte er bereits eingecheckt. Richtung USA, mit Zwischenstopp in Paris. Via Interpol alarmierte die Kripo Schwechat die französischen Kollegen. Noch vor dem Weiterflug wurde Georg U. Dienstag in Paris festgenommen, Christina G., die das alleinige Sorgerecht für das gemeinsame Kind hat, konnte ihren Buben dort abholen. (APA/red)