Seit fast einem Monat ist die kleine Layla aus Nürnberg verschwunden. Das Landeskriminalamt (LKA) hat nun eine Belohnung ausgesetzt, um Hinweise auf den Verbleib des neun Monate alten Mädchens und ihres mit Haftbefehl gesuchten Vaters zu bekommen.
Das Schicksal von Laylas Mutter war für die Polizei zunächst eine Routinesache, wie bei 82 ähnlichen Fällen bayernweit im Vorjahr: Mutter und Vater sind unterschiedlicher Nationalität. Bei einem Streit entreißt der Mann der Frau das Kind und verschwindet mit dem Hinweis, er wolle in sein Heimatland zurück. Beim LKA hieß es auf Anfrage, solche Fälle werden überwiegend schnell geklärt, wenn Gerichte die Sorgerechtsfragen regeln. Meist werde das Kind dann in Abstimmung mit den Behörden des jeweiligen Landes zur Mutter zurückgebracht.
Anders bei Layla, von der jede Spur fehlt. Der gesuchte Iraker Ahmad Salman (25) ist zwar der Vater, er hat aber kein Sorgerecht und muß als abgewiesener Asylbewerber Deutschland ohnehin verlassen. Bei sämtlichen bekannten Kontaktpersonen des Mannes hat die Polizei vergeblich nachgeforscht. Möglich ist auch, daß er sich mit dem Kind bereits ins Ausland abgesetzt hat.
Zwei Fluchtrouten kommen dabei in Frage: Salman verfügt über gute Kontakte in die Niederlande und nach Dänemark. In Amsterdam hatte er sich schon einmal Ausweispapiere beschafft, berichtet die 39jährige Mutter der kleinen Layla. Sie hat wegen der nervlichen Anspannung zwischenzeitlich sogar einen Selbstmordversuch unternommen (wir berichteten). Von der Geburt Laylas an war sie alleinerziehend und hatte die Kleine sogar bis zuletzt gestillt.
Die 2000 Mark, die das Landeskriminalamt für Hinweise auf den Flüchtigen und das Kleinkind ausgesetzt hat, stockt die Frau um 2000 Mark auf.
Ahmad Salman, 1,80 Meter groß, wird als sehr schlank beschrieben.
Die Außenseite seines linken Unterarms ist auffällig vernarbt.
Hinweise an die Kriminalpolizei unter Telefon 09
bhd
10.07.1999
Nürnberger Nachrichten