Die 22 Jahre alte Frau hatte ihrem Mann kurz vor der Tat eröffnet, dass sie ein Kind von ihrem neuen Freund erwarte - «was aber nicht stimmte», sagte Richter Gramlich. Sie wollte offenbar mit dem Kosovo- Albaner in dessen Heimat gehen. Am Tattag habe sich das Ehepaar getroffen, um über das Sorgerecht für die zwei gemeinsamen Kinder zu sprechen, sagte Gramlich. Erst auf dem Weg zum Wagen des Angeklagten sei es in der Tiefgarage zum Streit gekommen, woraufhin der Mann seine Ehefrau mit zehn Messerstichen tötete. «Die Tat war von starken Emotionen, Wut, Zorn, Angst geprägt», meinte der Richter. Es habe sich um eine spontane Tat gehandelt. Dafür spreche, dass ein voll besetztes Parkhaus kein «idealer Tötungsort» sei.
Zur Milderung des Strafmaßes habe neben dem Geständnis des
Libanesen auch seine Haltung direkt nach der Tat beigetragen. «Der
Angeklagte hat durch einen Zeugen Polizei und Krankenwagen verständigen
lassen», sagte Richter Gramlich. Er habe sich der Polizei gleich
gestellt und keine Fluchtversuche unternommen.
21.12.2000
regional heidelberg