Mutter fleht: Gib mir meine Kinder wieder
Von ANNETTE STOLZ
exp Düsseldorf - Er war einmal ihre große Liebe. Franz-Josef Fernandez-Molina, in Spanien geboren, ihr Traum-Mann. Doch jetzt hat Susanne Fernandez-Schlycht (34) Tränen in den Augen, wenn sie an ihren Noch-Ehemann denkt. Er hat das Schlimmste getan, was man einer Mutter antun kann - er hat Susanne zwei ihrer Kinder genommen. Der 28-Jährige ist mit Ramon (3) und Jimena (2) auf der Flucht.
Susanne sitzt zusammengesunken auf der Wohnzimmercouch. „Ich will meine Kinder wiederhaben“, schluchzt sie. Ihr Mann, von dem sie getrennt lebt, brachte Ramon und Jimena nach dem gemeinsamen Wochenende nicht wie vereinbart zur Mutter zurück. Von Franz-Josef Fernandez-Molina und den beiden süßen Kindern mit den großen braunen Kulleraugen fehlt seitdem jede Spur.
Bis zum vergangenen Jahr waren sie eine Bilderbuchfamilie. Susanne erinnert sich noch genau, wie sie sich 1991 auf der Düsseldorfer Kirmes kennenlernten. Er war Jura-Student. Sie studiert Sozialarbeit. Traumhochzeit 1996 ganz in Weiss mit 100 Gästen in Benrath. Sie ziehen nach Garath. Die beiden Wunschkinder kommen zur Welt.
Doch dann kriselt die Ehe. 1999 flüchtet Susanne gemeinsam mit den Kindern vor ihrem Mann, der mittlerweile als Referendar beim Landgericht arbeitet, ins Frauenhaus. Zieht mit Ramon, Jimena und deren Stiefbruder Andre (12) in eine eigene Wohnung. Erhält das Sorgerecht.
Der Vater darf die Kleinen jedes zweite Wochenende
abholen. Susanne: „Er liebt die Kinder abgöttisch.“Als er vorigen
Sonntag nicht zurückkam, ging sie sofort zur zur Polizei. Am Montag
abend ein Lebenszeichen: „Nachts klingelte das Telefon. Mein Mann wollte,
dass ich mit meinem ältesten Sohn zu einer Telefonzelle komme. Doch
ich habe den Straßennamen nicht verstanden. Da hatte er schon aufgelegt“,
weint Susanne. Die Fahndung läuft.
25.03.2000
Express Online - Düsseldorf