Dieburg. Schon 15 Jahre gibt es den Verein »Frauen helfen Frauen«. Acht Mitarbeiterinnen sind seither aktiv, um Frauen und deren Kindern in akuten Krisensituationen zu helfen.
Die Hilfen sind vielschichtig. Da sind zum einen die Beratungsgespräche, die gegenüber dem letzten Jahr um 32 Prozent zugenommen haben. Zum anderen können die bedrohten Frauen im Frauenhaus im Kreis Darmstadt-Dieburg untergebracht werden. 32 Betten gibt es dort. Es bietet ihnen für eine gewisse Zeit optimalen Schutz und Gespräche; die Kinder finden hier Zuflucht. Beim Neujahrsempfang in den Räumlichkeiten des Vereins (Altstadt 29) gab Renate Bauer, die gemeinsam mit Lioba Wunderle ständig vor Ort arbeitet, einen Rückblick und eine Vorausschau über die verschiedenen Arbeitsschwerpunkte. »Auffällig ist« – so Bauer –, »dass viele Frauen vermehrt vom Psychoterror ihrer Männer betroffen sind. Es ist vordergründig nicht unbedingt die körperliche Gewalt, sondern oft sind es Nachstellungen, Drohungen, Kontrollen oder Geldentzug nach erfolgter Trennung, die den Frauen das Leben schwer machen.«Diese Form der Gewalt sei gegenüber den Gerichten besonders schwer nachzuweisen, weiß Bauer aus Erfahrung. Doch mit dem neuen Gewaltschutzgesetz bestehe nun die Möglichkeit für die Polizei, mittels einer einstweiligen Verfügung einzugreifen. Die Zusammenarbeit mit der Polizei, besonders mit Polizeimeister Michael Trumpfheller, sei sehr positiv, betonte Bauer. Angestrebt werde im neuen Jahr der »pro-aktive Ansatz«. Dies bedeute, dass sich die Zusammenarbeit insoweit verstärken müsse, als die Polizeibeamten beim Einsatz bei häuslicher Gewalt die Daten der bedrohten Frau einholen, um diese dann, deren Einverständnis vorausgesetzt, zum Verein »Frauen helfen Frauen« weiterzuleiten. Somit haben die Mitarbeiter des Vereins die Möglichkeit, von sich aus auf die Frau zuzugehen, um sie aktiv zu unterstützen, etwa beim Gang zum Sozialamt oder Amtsgericht. Eine große Sorge hat der Verein derzeit: Das Frauenhaus im Kreis Darmstadt-Dieburg, das seit 15 Jahren mehr als tausend Frauen und 1450 Kindern ein vorübergehendes Zuhause bot, ist marode. Der Umbau der beiden Gebäude verschlinge voraussichtlich 1,7 Millionen Mark.
Zuschüsse seien zugesichert, erläuterte
Monika Tonding-Sanwald. Spenden seien dringend notwendig. Sie können
auf das Konto 33123456 BLZ 50852651 bei der Sparkasse Dieburg überwiesen
werden. Ferner gibt es seit geraumer Zeit eine Homepage, www.frauenhaus-da-di.de,
unter der die Arbeitsschwerpunkte noch einmal studiert werden können.
Lokales - Dieburg - Dienstag, 22.01.2002
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