| Betreff: | Presseberichte zum "Heimkinder-Kongress" vom 29.05.2004 |
|---|---|
| Datum: | Fri, 4 Jun 2004 13:48:53 +0200 |
| Von: | "Alexander Markus Homes" <alexandermarkushomes@freenet.de> |
Misshandelt und ausgebeutet
Heimkinder der 50er und 60er Jahren
erheben schwerste Vorwürfe
Vom 01.06.2004
KASSEL (dpa) Frühere
Heimkinder haben in Kassel schwere Vorwürfe gegen
Kinderheime erhoben, in
denen sie zwischen 1950 und 1970 untergebracht
waren. Sie seien körperlich
misshandelt, gedemütigt und teils sexuell
missbraucht worden, so Betroffene
beim ersten deutschlandweiten Treffen
der Bundes-Interessengemeinschaft
misshandelter und missbrauchter
Heimkinder. Außerdem
seien sie bei ihrer Heimunterbringung als
preiswerte Arbeitskräfte
etwa in der Landwirtschaft eingesetzt worden.
"Wir wollen Wiedergutmachung
und Anerkennung unserer Arbeit für die
Rente", so der Vorsitzende
der Anfang 2004 gegründeten Gemeinschaft,
Jean-Pierre de Picco. Vom
Arbeitseinsatz der Kinder hätten auch Firmen
profitiert. Auch diese sollten
ermittelt werden. 400 Betroffene hätten
sich bereits gemeldet.
Die Vorwürfe wiegen
schwer: Von Psychoterror, körperlicher Misshandlung
bis zu sexuellem Missbrauch
reicht die Liste der Anschuldigungen. "Es
herrschte militärischer
Drill", erinnert sich Heinz Peter Junge an seine
Zeit im Kinderheim Kalmenhof
in Idstein. Geschlagen wurde mit
Ochsenziemern und Keilriemen.
"Ich hätte fast eine Niere verloren, weil
ich mit einer Dachlatte
geprügelt wurde, in der ein Nagel steckte." Als
billige Arbeitskräfte
seien sie in der Landwirtschaft eingesetzt worden.
"Wir waren Maschinen, abgestumpft,
programmiert." Nach der
Heimentlassung kamen Probleme
mit Alkohol und Drogen, zwei
Selbstmordversuche und drei
gescheiterte Ehen. "Ich wusste nicht, was
Liebe, was Zuneigung ist."
"Wir wurden wie Sklaven gehalten",
so Reiner Baatz über ein Kinderheim
an der Mosel. Bis zu 14
Stunden täglich habe er für ein kleines
Taschengeld im Weinberg
arbeiten müssen. Von den Geschwistern sei er
getrennt worden. "Meine
Schwester hat sich aufgehängt, die war in einem
katholischen Heim in Boppard."
Dass heute diese Schilderungen keiner
glaube, sei für ihn
schlimmer als das eigentliche Geschehen. Dirk
Friedrich war im St. Hedwig-Kinderheim
in Lippstadt in Ostwestfalen.
Strafen und das ständige
Gefühl von Angst und Schuld hätten geherrscht,
sagt er. "Ich habe angefangen,
mich selbst zu verletzen, um Zuneigung zu
kriegen."
"Es ist richtig, was die
Interessengemeinschaft sagt", so Jörg Daniel
vom Landeswohlfahrtsverband
(LWV) in Kassel, der in Hessen Träger
etlicher Kinderheime ist.
"Es wurde erzieherisch gearbeitet, wie es
heute nicht mehr vorstellbar
ist." Vereinzelt auch mit Gewalt. "Es
herrschte autoritäre
Nachkriegsstimmung." Über die Bedingungen speziell
in Idstein habe der LWV
später eine große Untersuchung anstellen lassen.
Die strenge Heimerziehung
wurde Ende der 60er Jahre zur Zielscheibe der
Studentenbewegung, die mit
der so genannten Heimkampagne Umdenken und
Verbesserung der Zustände
in Gang setzte. Aktionen linker Gruppen, die
zur außerparlamentarischen
Opposition zählten, gab es in vielen Heimen
in Hessen und anderen Bundesländern.
"Durch die großen Institutionen
mit großen Gruppen abseits der großen
Städte entstanden problematische
Bedingungen", sagt der Vorsitzende der
Internationalen Gesellschaft
für erzieherische Hilfen, Krause. "Nach den
Sechzigern hat sich eine
ganze Menge verbessert." Die Ausbildung der
Erzieher habe sich geändert,
viele Großeinrichtungen seien aufgelöst und
die Kontrolle der Heime
durch die Jugendämter stark verbessert worden.
Heimkinder prangern Misshandlung an
Von Michael Evers, dpa
Kassel (dpa) - Die Vorwürfe
wiegen schwer: Von Psychoterror,
körperlicher Misshandlung
bis zu sexuellem Missbrauch reicht die Liste
der Anschuldigungen, die
ehemalige Heimkinder bei einem Treffen am
Pfingstwochenende gegen
Kinderheime in ganz Deutschland erhoben.
Für das, was sie nach
ihrer Schilderung zwischen 1950 und 1970 in den
kirchlichen und staatlichen
Einrichtungen erlitten haben, verlangen sie
Entschädigung und Wiedergutmachtung.
Die kürzlich gegründete
Interessengemeinschaft misshandelter
und missbrauchter Heimkinder, die
das Treffen in Kassel organisierte,
versteht sich zugleich auch als
Selbsthilfegruppe.
"Es herrschte militärischer
Drill", erinnert sich Heinz Peter Junge an
seine Zeit im Kinderheim
Kalmenhof in Idstein. Geschlagen worden sei
dort mit Ochsziemern, Keilriemen
und Gabeln. "Ich hätte fast eine Niere
verloren, weil ich mit einer
Dachlatte geprügelt wurde, in der ein Nagel
steckte." Als preiswerte
Arbeitskräfte seien die Heimkinder in der
Landwirtschaft eingesetzt
worden. "Wir waren Maschinen, abgestumpft,
programmiert." Nach der
Heimentlassung folgten Probleme mit Alkohol und
Drogen, zwei Selbstmordversuche
und drei gescheiterte Ehen. "Ich wusste
nicht, was Liebe, was Zuneigung
ist." Erst später habe er die Kurve
gekriegt.
"Wir wurden wie Sklaven gehalten",
beschreibt Reiner Baatz seinen
Aufenthalt in einem Kinderheim
an der Mosel. Bis zu 14 Stunden täglich
habe er für ein kleines
Taschengeld im Weinberg arbeiten müssen. Von
seinen Geschwistern sei
er getrennt worden. "Meine Schwester hat sich
aufgehängt, die war
in einem katholischen Heim in Boppard."
Dass heute diese Schilderungen
keiner glaube, sei für ihn schlimmer als
das eigentliche Geschehen.
Dirk Friedrich war im St. Hedwig-Kinderheim
in Lippstadt in Ostwestfalen.
Abstrafungen und ein ständiges Gefühl von
Schuld und Angst hätten
dort geherrscht, sagt er. "Ich habe angefangen,
mich selbst zu verletzen,
um Zuneigung zu kriegen."
"Es ist richtig, was die
Interessengemeinschaft sagt", erklärt Jörg
Daniel, Sprecher des Landeswohlfahrtsverbandes
(LWV) in Kassel, der in
Hessen Träger etlicher
Kinderheime ist. "Es wurde damals erzieherisch
gearbeitet, wie es heute
nicht mehr vorstellbar ist." Vereinzelt sei
dabei auch Gewalt angewendet
worden. "Es herrschte noch eine autoritäre
Nachkriegsstimmung." Über
die Bedingungen speziell in Idstein habe der
LWV später eine große
Untersuchung anstellen lassen. "Wir sind
interessiert daran, dass
man weiter darüber redet, wie die Bedingungen
waren."
Die strenge Heimerziehung
in Deutschland wurde Ende der sechziger Jahre
zur Zielscheibe der Studentenbewegung,
die mit der so genannten
Heimkampagne ein Umdenken
und eine Verbesserung der Zustände in den
Heimen in Gang setzte. In
Hessen demonstrierten 1969 rund 200 Menschen
vor dem Jugendheim Fuldatal
bei Kassel, darunter die spätere
RAF-Terroristin Ulrike Meinhof.
Aktionen linker Gruppen, die zur
außerparlamentarischen
Opposition (APO) zählten, gab es in weiteren
Heimen in Hessen und anderen
Bundesländern.
"Durch die großen Institutionen
mit großen Gruppen abseits der großen
Städte entstanden problematische
Bedingungen", sagt der Vorsitzende der
Internationalen Gesellschaft
für erzieherische Hilfen in Frankfurt,
Hans-Ullrich Krause. "Nach
den Sechzigern hat sich eine ganze Menge
verbessert." Die Ausbildung
der Erzieher habe sich verbessert, viele
Großeinrichtungen
seien aufgelöst und die Kontrolle der Heime durch die
Jugendämter stark verbessert
worden. "Das System ist seitdem dezentraler
geworden, die Heimunterbringung
ist die letzte Möglichkeit", sagt
LWV-Sprecher Daniel. Bevorzugt
würden heute betreute Wohngemeinschaften.
"Wir wollen eine Wiedergutmachung
und eine Anerkennung unserer Arbeit
für die Rente", sagte
der Vorsitzende der Anfang des Jahres in Paderborn
gegründeten Interessengemeinschaft,
Jean-Pierre de Picco. Vom
Arbeitseinsatz der Heimkinder
hätten auch Firmen profitiert. Auch diese
sollten ermittelt werden.
Rund 400 Ehemalige hätten sich bereits bei der
Organisation gemeldet, die
Zahl der Betroffenen aber gehe in die
Tausende. "Nicht jeder meldet
sich, weil viele noch immer Angst haben",
sagt er. "Du hattest zu
glauben an Gott, Sünde und Strafe."
01.06.2004
DEUTSCHLAND
Heimkinder wie Sklaven
gehalten
Misshandlungen zwischen 1950 und 1970
Die Vorwürfe wiegen
schwer: Von Psychoterror und körperlicher
Misshandlung bis zu sexuellem
Missbrauch reichen die Anschuldigungen,
die ehemalige Heimkinder
bei einem Treffen in Kassel gegen Kinderheime
in Deutschland erhoben.
Sie verlangen Entschädigungen für das, was sie
zwischen 1950 und 1970 in
kirchlichen und staatlichen Einrichtungen
durchmachen mussten.
"Ich hätte fast eine
Niere verloren, weil ich mit einer Dachlatte
geprügelt wurde, in
der ein Nagel steckte", erinnert sich eines der
Opfer. Als billige Arbeitskräfte
seien die Kinder in der Landwirtschaft
eingesetzt worden. "Wir
wurden wie Sklaven gehalten", beschreibt ein
anderes Opfer seinen Aufenthalt
in einem Kinderheim an der Mosel: 14
Stunden täglich musste
er im Weinberg für wenig Taschengeld arbeiten,
erzählt der Mann.
++ 01.06.2004 15:49, dpa ++
Heimkinder prangern Misshandlung an
Kassel (dpa) - Die Vorwürfe
wiegen schwer: Von Psychoterror,
körperlicher Misshandlung
bis zu sexuellem Missbrauch reicht die Liste
der Anschuldigungen, die
ehemalige Heimkinder bei einem Treffen am
Pfingstwochenende gegen
Kinderheime in ganz Deutschland erhoben.
Für das, was sie nach
ihrer Schilderung zwischen 1950 und 1970 in den
kirchlichen und staatlichen
Einrichtungen erlitten haben, verlangen sie
Entschädigung und Wiedergutmachtung.
Die kürzlich gegründete
Interessengemeinschaft misshandelter
und missbrauchter Heimkinder, die
das Treffen in Kassel organisierte,
versteht sich zugleich auch als
Selbsthilfegruppe.
"Es herrschte militärischer
Drill", erinnert sich Heinz Peter Junge an
seine Zeit im Kinderheim
Kalmenhof in Idstein. Geschlagen worden sei
dort mit Ochsziemern, Keilriemen
und Gabeln. "Ich hätte fast eine Niere
verloren, weil ich mit einer
Dachlatte geprügelt wurde, in der ein Nagel
steckte." Als preiswerte
Arbeitskräfte seien die Heimkinder in der
Landwirtschaft eingesetzt
worden. "Wir waren Maschinen, abgestumpft,
programmiert." Nach der
Heimentlassung folgten Probleme mit Alkohol und
Drogen, zwei Selbstmordversuche
und drei gescheiterte Ehen. "Ich wusste
nicht, was Liebe, was Zuneigung
ist." Erst später habe er die Kurve
gekriegt.
"Wir wurden wie Sklaven gehalten",
beschreibt Reiner Baatz seinen
Aufenthalt in einem Kinderheim
an der Mosel. Bis zu 14 Stunden täglich
habe er für ein kleines
Taschengeld im Weinberg arbeiten müssen. Von
seinen Geschwistern sei
er getrennt worden. "Meine Schwester hat sich
aufgehängt, die war
in einem katholischen Heim in Boppard."
Dass heute diese Schilderungen
keiner glaube, sei für ihn schlimmer als
das eigentliche Geschehen.
Dirk Friedrich war im St. Hedwig-Kinderheim
in Lippstadt in Ostwestfalen.
Abstrafungen und ein ständiges Gefühl von
Schuld und Angst hätten
dort geherrscht, sagt er. "Ich habe angefangen,
mich selbst zu verletzen,
um Zuneigung zu kriegen."
"Es ist richtig, was die
Interessengemeinschaft sagt", erklärt Jörg
Daniel, Sprecher des Landeswohlfahrtsverbandes
(LWV) in Kassel, der in
Hessen Träger etlicher
Kinderheime ist. "Es wurde damals erzieherisch
gearbeitet, wie es heute
nicht mehr vorstellbar ist." Vereinzelt sei
dabei auch Gewalt angewendet
worden. "Es herrschte noch eine autoritäre
Nachkriegsstimmung." Über
die Bedingungen speziell in Idstein habe der
LWV später eine große
Untersuchung anstellen lassen. "Wir sind
interessiert daran, dass
man weiter darüber redet, wie die Bedingungen
waren."
Die strenge Heimerziehung
in Deutschland wurde Ende der sechziger Jahre
zur Zielscheibe der Studentenbewegung,
die mit der so genannten
Heimkampagne ein Umdenken
und eine Verbesserung der Zustände in den
Heimen in Gang setzte. In
Hessen demonstrierten 1969 rund 200 Menschen
vor dem Jugendheim Fuldatal
bei Kassel, darunter die spätere
RAF-Terroristin Ulrike Meinhof.
Aktionen linker Gruppen, die zur
außerparlamentarischen
Opposition (APO) zählten, gab es in weiteren
Heimen in Hessen und anderen
Bundesländern.
"Durch die großen Institutionen
mit großen Gruppen abseits der großen
Städte entstanden problematische
Bedingungen", sagt der Vorsitzende der
Internationalen Gesellschaft
für erzieherische Hilfen in Frankfurt,
Hans-Ullrich Krause. "Nach
den Sechzigern hat sich eine ganze Menge
verbessert." Die Ausbildung
der Erzieher habe sich verbessert, viele
Großeinrichtungen
seien aufgelöst und die Kontrolle der Heime durch die
Jugendämter stark verbessert
worden. "Das System ist seitdem dezentraler
geworden, die Heimunterbringung
ist die letzte Möglichkeit", sagt
LWV-Sprecher Daniel. Bevorzugt
würden heute betreute Wohngemeinschaften.
"Wir wollen eine Wiedergutmachung
und eine Anerkennung unserer Arbeit
für die Rente", sagte
der Vorsitzende der Anfang des Jahres in Paderborn
gegründeten Interessengemeinschaft,
Jean-Pierre de Picco. Vom
Arbeitseinsatz der Heimkinder
hätten auch Firmen profitiert. Auch diese
sollten ermittelt werden.
Rund 400 Ehemalige hätten sich bereits bei der
Organisation gemeldet, die
Zahl der Betroffenen aber gehe in die
Tausende. "Nicht jeder meldet
sich, weil viele noch immer Angst haben",
sagt er. "Du hattest zu
glauben an Gott, Sünde und Strafe."
3.6.2004
Nonnen sollen Kinder jahrzehntelang
systematisch gequält haben
Ehemalige Heimkinder
klagen über Misshandlungen
veröffentlicht: 28.05.04 - 14:13
Kassel (rpo). In deutschen
Heimen sind bis in die Mitte der 80er Jahre
hunderte Kinder systematisch
misshandelt worden, vor allem von
katholischen Nonnen, Priestern
und Erziehern. Das sagte der Vorsitzende
der "Bundesinteressensgemeinschaft
der misshandelten und missbrauchten
Heimkinder Deutschlands",
Jean-Pierre de Picco, am Freitag.
In 90 Prozent aller Fälle
seien die Kinder in katholischen Heimen
misshandelt worden. Rund
3.600 Heime habe es in den 50er und 60er Jahren
in Deutschland gegeben,
sagte er. Bei den Misshandlungen habe es sich
nicht um Einzelfälle
gehandelt. Viele Betroffene leiden nach seinen
Angaben heute noch unter
den erlittenen Misshandlungen. Angststörungen,
Suchterkrankungen, Albträume
und Depressionen seien bei den ehemaligen
Heimkindern keine Seltenheit.
"Wir fordern eine öffentliche
Entschuldigung für
das Leid, dass uns in den Heimen angetan worden ist",
sagte de Picco.
Am Samstag treffen sich etwa
100 Betroffene zu einem Kongress des
Vereins in Kassel. "Wir
bauen gerade eine Datenbank mit den Berichten
von Betroffenen auf", berichtete
de Picco.
"Wir wurden von den Nonnen
selbst bei Kleinigkeiten blutig geprügelt und
ausgepeitscht", sagte de
Picco. Zur Nikolauszeit seien sie mit
Dornenstöcken geprügelt
worden. Der Künstler und Stadtschreiber in
Hameln war von 1963 bis
1972 in Lippstadt in einem katholischen Internat
der "Heiligen Hedwigschwestern"
untergebracht. Mittlerweile ist das
Internat geschlossen. Gefürchtet
sei bei den Kindern auch gewesen, über
Nacht im Keller bei den
"toten Nonnen" eingesperrt zu werden. Dort
wurden die verstorbenen
Nonnen vor ihrer Bestattung aufgebahrt.
Zwei Jahre Hausarrest
Mädchen, die erstmals
ihre Menstruation bekommen hatten, mussten
ebenfalls mit Bestrafung
rechnen, weil sie "sündig" wurden, berichtete
de Picco. Haben Kinder nicht
pariert, seien sie in den Heimen an ihre
Betten gekettet und mit
Medikamenten ruhig gespritzt worden. Lehrer,
Jugendämter oder der
Vormund hätten über die Misshandlungen geschwiegen.
"Heute ist die Situation
aber anders, da gibt es in den Heimen viel mehr
Kontrollen", sagte de Picco.
Auch die 58-jährige
Gila M. aus Paderborn berichtete von schweren
Misshandlungen durch Nonnen.
Sie war von 1961 bis 1962 im Dortmunder
Vincenz-Heim untergebracht.
"Ich bin da psychisch fertig gemacht
worden", sagte sie. Sie
habe als 15-jährige zwei Jahre lang nicht das
Haus verlassen dürfen.
"Es ging nur um den störungsfreien
Arbeitsablauf", sagte Gila
M. Sie habe acht bis zehn Stunden täglich in
der Wäscherei hinter
der Mangel stehen müssen, ohne auch nur mal extra
etwas Wasser zu bekommen.
"Sprechen war von den Vincenz-Schwestern aus
verboten, stattdessen mussten
wir ununterbrochen Marienlieder singen",
sagte die 58-Jährige.
Immer wieder hätten Mädchen Selbstmord begangen.
Es habe zwar auch nette
Nonnen und Erzieher gegeben. "Die wurden aber
schnell weggemobbt oder
versetzt", berichtete sie. Erst heute könnten
Betroffene über ihre
Heimerfahrung sprechen. "Viele verdrängen das aber
immer noch oder haben Angst,
dass man ihnen sowieso nicht glaubt", sagte
Gila M.
Seit Gründung des Vereins
der misshandelten Heimkinder Anfang des Jahres
gibt es laut de Picco Hunderte
Anfragen Betroffener aus ganz Deutschland
und sogar aus den Niederlanden
und Spanien. "Uns würde eine öffentliche
Entschuldigung der Kirche
und der Ordensinstitutionen enorm helfen, die
Misshandlung zu verarbeiten",
sagte de Picco. Auch eine einmalige
Entschädigungszahlung
wäre wünschenswert. Bislang habe die Kirche jedoch
zu den Vorwürfen geschwiegen.
Vom Caritasverband und der
Deutschen Bischofskonferenz war zum Kongress
der misshandelten Heimkinder
keine Stellungnahme zu erhalten.
Herzliche Grüße
Jean-Pierre de Picco
Tel. 05151-942358
Fax: 05151-942358
Mobil: 0177- 86 25 59 5
E-Mail: Pierre-de-Picco@t-online.de
c/o Jean-Pierre de Picco
Theodor-Storm-Weg 14
31787 Hameln