Viele Stiefväter wollen adoptieren
Motivation ist oft ungenügend


Grevesmühlen Hört man das Wort Adoption, dann denkt man automatisch an die Annahme eines fremdes Kindes. Doch im Jugendamt des Landkreises gehen auch viele Anträge von Stiefeltern ein. OZ sprach darüber mit Elke Aurich, der zuständigen Mitarbeiterin.

   OZ: Sind es mehr Männer oder Frauen, die zu Ihnen kommen?

   Elke Aurich: Eindeutig mehr Männer. Aber viele von ihnen sehen wir nach intensiver Beratung nicht wieder.

   OZ: Wieso?

   Aurich: In einigen Fällen ist ihre Motivation nur die, den leiblichen Vater auszuschalten. Andere wollen dafür ihrer Partnerin einen Gefallen tun. Oder wenn sie hören, dass das Kind nach der Adoption wie ihr eigenes gestellt ist, sprich Anspruch auf Unterhalt und Umgangsrecht hat, dann melden sich einige auch nicht mehr.

   OZ: Wie finden Sie das raus?

   Aurich: Wir behandeln die Stiefeltern-Adoption genauso wie die normale. Es finden Gespräche und Hausbesuche statt. Die Kanditaten müssen uns außerdem schriftlich schildern, welche Höhen und Tiefen sie bisher in ihrem Leben gemeistert haben und warum sie diesen Schritt wagen möchten.

   OZ: Und wie entscheiden Sie?

   Aurich: Für uns zählt alleine das Wohl des Kindes. Will es den Kontakt zum richtigen Vater aufrecht erhalten, dann werden wir das natürlich unterstützen.

   OZ: Stimmen nun aber Motivation und Rahmenbedingungen, wie lange würde es dauern, bis die Adoption vollzogen ist?

   Aurich: Das hängt von mehreren Faktoren ab, auch davon, wie schnell der Fall bei Gericht behandelt wird. So kann es schon mal zu einer Wartezeit von sechs Monaten bis maximal anderthalb Jahren kommen.

Interview: K. SCHRÖDER

Frauen muß mann immer Recht geben. Das ist der schnellste Weg in die Kiste.
Thomas